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High-Yield-Anleihen – Alles ist relativ!

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BNP Paribas Asset Management
 

Selbst nach dem mehr als volatilen Jahr 2020, in dem die Risikoprämien zurückgingen, kann der europäische Markt für High-Yield-Anleihen den Anlegern immer noch Wert bieten.

Die Anfangsrendite könnte zwar jetzt wesentlich uninteressanter wirken, aber bei High-Yield-Anleihen finden Anleger weiterhin eine positive Rendite deutlich über der nahe bei Null liegenden Rendite von Investment-Grade-Anleihen. High-Yield-Anleihen heben sich auch im Vergleich zu den negativen Renditen vieler Staatsanleihen hervor.

Wir sind darüber hinaus davon überzeugt, dass den High-Yield-Anleihen weiterhin die umfassenden Stützmaßnahmen vieler Zentralbanken und Regierungen sowie die finanzielle Repression zugute kommen werden, die auf die umfassende quantitative Lockerung durch die Zentralbanken zurückzuführen ist. Diese hat die Marktzinsen auf Tiefststände fallen lassen und Unternehmen auf der Suche nach liquiden Mitteln ermutigt, am Markt nach billiger Finanzierung zu suchen.

Die problemlose Verfügbarkeit von Liquidität betrachten wir auch als Puffer gegen das Ausfallrisiko. Bisher beschränken sich die Zahlungsausfälle auf wenige Unternehmen, die bereits vor der COVID-19-Krise zu kämpfen hatten.

Bestimmte Unternehmen, die kurz vor der Zahlungsunfähigkeit standen, konnten die Laufzeiten ihrer Anleihen verlängern oder erhielten Kapitalspritzen, so dass sie den Zahlungsverzug hinausschieben konnten.

Der Ausblick wird sich eventuell 2022 oder 2023 ändern, wenn der Liquiditätszufluss gestoppt wird oder sich die Erholung der Nachfrage für hoch verschuldete Unternehmen als nicht stark genug erweisen könnte.

Auf Wertpotenzial abzielen

Wir sind davon überzeugt, dass es in Bereichen, an denen andere Anleger nicht unbedingt interessiert sind – zumindest nicht jetzt, weil sie konkrete Zeichen für eine Konjunkturerholung sehen möchten, bevor sie anlegen – immer noch Wertpotenzial gibt.

Diese Bereiche sind möglicherweise etwas weniger liquide und werden weniger gut verstanden, weshalb es wichtig ist, vor einer Investition robustes Credit Research durchzuführen, um sicher zu sein, dass die Gesellschaft die Kupons auf ihre Anleihen zahlen und die Anleihen am Ende auch zurücknehmen kann.

Wir sind davon überzeugt, dass diejenigen, die der Kurve voraus sind, mit einer recht ansehnlichen Vergütung rechnen dürfen. 2021 wird für uns ein Jahr für Alpha-Manager sein. Es könnte nämlich ein gutes Jahr für Manager von High-Yield-Anleiheportfolios werden, die bereit sind, zu akzeptieren, dass Renditen durch Handeln innerhalb der Spanne erwirtschaftet werden, innerhalb der sich die Risikoprämien entwickeln – auch wenn diese recht eng geworden ist – und die bereit sind, gefallene Anleihen zu kaufen.

Wo bieten sich derzeit Gelegenheiten?

Wir sehen in folgenden Bereichen Gelegenheiten:

  • In Branchen, denen die Reflation zugute kommen dürfte, z. B. Metalle, Rohstoffe und Energie.
  • Eher im Industriesektor als bei den Dienstleistungen; in Branchen, die sich erholen konnten, unter anderen Grundstoffindustrien, Investitionsgüter und Automobil.
  • In Unternehmen, die ihre Schulden umstrukturiert haben, z. B. solche, die ihre Bilanzen durch Rückzahlung ihrer Schulden oder Erhöhung des Eigenkapitals bereinigt haben.
  • Bei Wandelanleihen, besonders bei Anleihen mit einer eingebetteten Aktienoption, die aus dem Geld ist, wenn Spielraum für einen positiven Katalysator für Kursgewinne vorhanden ist.
  • Bei den ‚aufsteigenden Sternen‘, d. h. Unternehmen, die eine Heraufstufung ihres Ratings auf Investment-Grade anstreben, deren Kreditrisiko zurückgeht und deren Anleihen über das Potenzial verfügen, Renditen im oberen einstelligen Bereich zu liefern.

Durch immer wieder neues Beurteilen des Anlageuniversums und regelmäßiges Anpassen des Portfolios ist es unserer Meinung nach möglich, interessante, risikobereinigte Renditen zu erzielen und auch im Vergleich zur Benchmark gut abzuschneiden. Das taten wir bereits im Jahr 2020 und planen dieselbe Vorgehensweise für 2021.

Auf den Wellen reiten, auch wenn sie hoch sind

2020 war ein Jahr voller Herausforderungen, aber aktive Portfoliomanager waren in der Lage, sich abzugrenzen. Dank unseres agilen Ansatzes erzielten wir bessere Ergebnisse als viele unserer Rivalen. Nach einem guten Jahresbeginn hatten wir in der Tat bereits Mitte Februar begonnen, riskantere Positionen zu veräußern,This meant that the portfolio was quite resilient in the broad market selloff in March, so dass das Portfolio bei dem umfassenden Ausverkauf am Markt im März relativ widerstandsfähig war.

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Wir wählten Anleihen aus den traditionell sichereren Sektoren wie Telekommunikation, Gesundheitswesen und Verpackungsunternehmen, aber derartige Gelegenheiten ebbten schnell ab. Dann gingen wir zum Kauf der zyklischeren Bereiche des Marktes über, besonders ‚Fallen Angels‘, also Unternehmen, deren Ratings in den High-Yield-Bereich heruntergestuft worden waren.

Im Automobilsektor erwirtschafteten wir beispielsweise einige der besten Renditen des Jahres 2020. Im weiteren Jahresverlauf sahen wir beim ‚Vaccine Trade‘ Gelegenheiten und kauften stark abgezinste Anleihen in besonders durch COVID beeinträchtigten Branchen, z. B. Luftfahrtgesellschaften und andere verbraucherorientierte Unternehmen.

Zu bestimmten Zeiten war die Volatilität 2020 extrem stark, und die Risikoprämien schossen in die Höhe. Die Renditeabstände europäischer High-Yield-Anleihen gegenüber Investment-Grade- oder Staatsanleihen haben sich verengt. Wir sind allerdings davon überzeugt, dass sich unser Ansatz – Total Return-Fokus auf liquide Anleihen robuster Unternehmen mit gutem Carry – weiterhin bezahlt machen wird.

Hören Sie auch den Podcast mit Olivier Monnoyeur

Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, basieren auf den verfügbaren Informationen und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen.

Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück.

Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) wahrscheinlich einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen.

Einige Schwellenländer bieten weniger Sicherheit als die meisten internationalen Industrieländer. Aus diesem Grund können Dienstleistungen für Portfoliotransaktionen, Liquidation und Konservierung im Namen von Fonds, die in Schwellenmärkten investiert sind, mit einem höheren Risiko verbunden sein.

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