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Highlights Anlageallokation – Die Erholung geht weiter

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Christophe MOULIN
 

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Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich auf die Branchen und Regionen, in denen sich das Konjunkturwachstum als nächstes beschleunigen wird, da die Impfkampagnen voranschreiten und immer mehr Volkswirtschaften schrittweise zur Normalität zurückkehren.. Nach den USA dürfte Kontinentaleuropa an der Reihe sein, gefolgt von den Schwellenländern. In den USA scheint das Wachstum jetzt seinen Höhepunkt zu erreichen. Man macht sich allmählich Sorgen um eine Stagflation, obwohl die jüngsten Daten stark bleiben.

FESTVERZINSLICHE ANLAGEN – Die Ruhe dürfte nicht von Dauer sein

In den USA fielen die Inflationswerte höher aus als erwartet und ließen die Inflationserwartungen für das nächste Jahr steigen. Auf mittlere Sicht veränderten sich die Erwartungen jedoch kaum und blieben auch bezüglich der Leitzinsen der Fed in den nächsten zwei Jahren ähnlich unverändert.

Wir sind davon überzeugt, dass diese Ruhe nicht von Dauer sein wird. Wenn das aktuelle Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage anhält und die US Federal Reserve an ihrer Absicht festhält, ihre Leitzinsen unverändert zu lassen, besteht Spielraum für einen Anstieg der Inflationserwartungen.

In der Eurozone sehen wir Potential für eine weitere Verbesserung der Staatsanleiherenditen der Kernländer gegenüber ihren historischen Niveaus, aufgrund der Wiedereröffnung der Volkswirtschaften, der Zunahme der Inflationserwartungen und der gemäßigten Geldpolitik der EZB.

EUROPÄISCHE AKTIEN – Die nächsten Aufsteiger?

Die Märkte suchten aufgrund der gleichmäßigeren Zinsen und des gemischteren Wachstumsausblicks in den USA nach Orientierung. Die genaue Form der zusätzlichen Infrastrukturausgaben ist noch unklar, ebenso wie die Finanzierung dieser Ausgaben: Werden die Steuern erhöht, und wenn ja, in welchem Maße? Die Unsicherheit könnte den Enthusiasmus der Anleger in Bezug auf US-Aktien gedämpft haben.

Dies lässt europäischen Aktien Spielraum, um einen Teil des gegenüber den US-Aktien verlorenen Bodens zurückzugewinnen. Der kurzfristige Ausblick könnte sich weiter verbessern. Die Auszahlung des Wiederaufbaufonds „Next Generation EU“, die endlich beginnen dürfte, sollte binnenmarktorientierten Small Cap-Unternehmen zugutekommen. In Deutschland könnte eine mögliche Koalition unter Führung der Grünen die Regierungsausgaben für Klima und soziale Initiativen erhöhen und entspannter auf höhere Ausgaben der EU zur Unterstützung anderer Länder der Eurozone reagieren.

Die hohen Gewinne der US-Unternehmen im ersten Quartal lassen für die europäischen Ergebnisse im zweiten Quartal Gutes ahnen, da die Länder der Eurozone ihre Einschränkungen allmählich lockern. Die Analystenerwartungen steigen für die Gewinne in der Eurozone schneller als für die US-Unternehmen, wobei das erwartete Gewinnwachstum immer noch einen überdurchschnittlichen Abschlag im Vergleich zu US-Aktien aufweist.

Wir gehen allerdings davon aus, dass sich in Ländern und Regionen wie Japan und den Schwellenländern auf mittlere Sicht ein besserer Ausblick bietet.

SCHWELLENLÄNDER – Die Wiedereröffnungsdynamik wird kommen

Die zunehmende Bedeutung des chinesischen Aktienmarktes hat die Dynamik des wichtigsten Schwellenländerindex verändert: Sie machte ihn weniger zyklisch und stärker wachstumsorientiert. Das ist eine Erklärung für die Underperformance der Schwellenländeraktien gegenüber den Industrieländern seit Februar.

Wir dürfen jetzt damit rechnen, dass sich die „Wiedereröffnungsdynamik“ verlagern und letztendlich die Schwellenländer erreichen wird. Das dürfte wahrscheinlich besonders vorteilhaft für die chinesischen Aktien sein. Wir erwarten daher, dass die Schwellenländer in den kommenden Monaten und Quartalen den verlorenen Boden wettmachen werden.

ANLAGEALLOKATION

Der kurzfristige Ausblick besteht für uns in einer starken Erholung des weltweiten Wachstums, die auf die Fortschritte bei den Impfkampagnen, die Wiedereröffnung der Volkswirtschaften, die fiskalische Expansion in Höhe von mehreren Billionen Dollar in den USA und die lockere Geldpolitik zurückzuführen ist. Wir geben daher riskanten Anlagen und Aktien in Form von Positionen in US-Substanzwerten, Schwellenländeraktien, chinesischen Aktien und japanischen Aktien den Vorzug.

Wir gehen davon aus, dass Schwellenländeraktien ohne Asien von einer zyklischen Erholung profitieren werden. Die Bewertungen halten wir nicht für teuer.

Japanische Aktien sind gut aufgestellt, um von einer immer breiter basierten, weltweiten Erholung, kapitalkräftigen Unternehmen und immer noch günstig wirkenden Bewertungen zu profitieren.

In den USA sind die Risikoprämien für Aktien im Vergleich zu den inflationsbereinigten Anleiherenditen hoch. US-Aktien sind damit eine interessante Option, selbst wenn die Bewertungen teuer wirken. Wir sind davon überzeugt, dass Substanzwerte noch über Spielraum verfügen, um gegenüber dem S&P 500, der zahlreiche Mega-Caps enthält, aufzuholen.

Wir sind long in Small Caps der EWU-Zone, die bei einer Konjunkturerholung eine Outperformance erzielen dürften. Ihre Bewertungen sind im Vergleich zu Large Caps interessanter.

Staatsanleihen der EWU-Zone haben wir untergewichtet, da wir damit rechnen, dass die Renditen weiter steigen, während wir bei auf Lokalwährungen lautenden Schwellenländeranleihen long sind. Wir denken, dass Spielraum für eine Aufwertung der Schwellenländerwährungen besteht.

Bei Rohstoffen rechnen wir auf mittlere Sicht mit einer Hausse. Wir sind davon überzeugt, dass Rohöl durch die Erholung der weltweiten Nachfrage und das beschränkte Angebot der OPEC und der US-Schieferölbranche gestützt wird. Aufgrund der fortschreitenden Elektrifizierung, dem Übergang zu sauberer Energie und der beschränkten Angebotsreaktion stehen wir Basismetallen positiv gegenüber.

Wir haben eine Long-Position in US-Infrastruktur in Form eines Korbs aus Aktien, denen die Infrastrukturausgaben-Pläne von US-Präsident Joe Biden zugutekommen dürften, hinzugefügt. Diese stärkt unsere Positionen in den weltweiten Themen Umwelt, Energiewende und künstliche Intelligenz.

Mehr zu unseren Ansichten und unserer Portfoliopositionierung erfahren Sie hier:

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Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und basieren auf den verfügbaren Informationen, womit sie ohne vorherige Ankündigung geändert werden können. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen.

Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück.

Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten, beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit – weil weniger Informationen verfügbar sind – einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen.

Einige Schwellenländer bieten weniger Sicherheit als die meisten internationalen Industrieländer. Aus diesem Grund können Dienstleistungen für Portfoliotransaktionen, Liquidation und Konservierung im Namen von Fonds, die in Schwellenmärkten investiert sind, mit einem höheren Risiko verbunden sein.

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