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Blick auf die Welt, Investment Insight

US-Aktien und -Inflation: Alles wieder gut

February 23, 2018 - Daniel Morris, Senior Investment Strategist

Der Ausblick: Wie viel ist Inflation ist zu viel Inflation?

Am 2. Februar wurde der Arbeitsmarktbericht (ohne Landwirtschaft) veröffentlicht. Die Nachricht über den größten Anstieg der US-Löhne seit dem Ende der internationalen Finanzkrise löste einen 10-prozentigen Einbruch des S&P 500 aus. Nach der stetigen Rallye im Jahr 2017 hielten einige Marktbeobachter dies für einen heilsamen Volatilitätsschock für die Finanzmärkte.

Eine weitere Inflationsüberraschung, diesmal am Valentinstag, bot der US-Verbraucherpreisindex vom Januar. Er sorgte aber für einen Anstieg des S&P 500 um 1,3%. Der Verbraucherpreisindex ist im Januar um 0,5% gestiegen, die Kerninflation betrug 0,35%, bei Konsensschätzungen von nur 0,2% (jeweils zum Vormonat).

Ein bisschen mehr Inflation ändert nichts am großen Ganzen

Wirklich wichtig ist, dass die Kerninflation vom Januar nur die letzte einer ganzen Reihe recht hoher Inflationszahlen in den letzten Monaten ist: in den letzten drei Monaten betrug die Kernrate 2,9% p.a.; in den letzten sechs Monaten 2,6% p.a. Der vorübergehende Inflationsrückgang im Frühjahr 2017 aufgrund einiger kurzfristiger Faktoren hat den Blick auf den stabilen Trend der letzten Jahre getrübt (Abbildung 1). Sobald die schwache Märzzahl im Juni aus der Berechnung herausfällt (und wenn die Teuerung in den nächsten Monaten ähnlich hoch ist wie 2016 und über weite Strecken des letzten Jahres), dürfte die Kerninflation im Vorjahresvergleich von zurzeit 1,8% auf 2,4% steigen.

Grob gesagt bestätigt die jüngste Entwicklung der Inflation eine Stabilisierung der Kern-Dienstleistungspreise bei einer geringeren Deflation der Kern-Güterpreise. Sind ganz zuletzt sogar leicht gestiegen. Weil sich dieser Anstieg nicht fortsetzen dürfte, hat sich aus unserer Sicht das Gesamtbild durch den letzten Inflationsbericht nicht grundsätzlich geändert.

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Der jüngste Inflationsbericht steht im Einklang mit dem am 2. Februar 2018 veröffentlichten Anstieg der durchschnittlichen Löhne außerhalb der Landwirtschaft um 0,34%. Auch hier hatten die Märkte einen Zuwachs von nur 0,2% erwartet. Warum reagieren die Aktienmärkte so unterschiedlich?

Wieder auf festem Boden nach der Kurzschlussreaktion?

Eine Erklärung ist, dass der erste Schock jetzt vorbei ist. Das große Rätsel des Jahres 2017 war, dass es trotz des engen US-Arbeitsmarkts so gar keinen Inflationsdruck gab. Die höheren Arbeitskosten wurden als erstes Anzeichen für den Lohndruck gewertet, den die Investoren angesichts der guten Konjunktur und des immer engeren Arbeitsmarkt schon lange erwartet hatten.

Die Finanzmärkte reagierten sehr schnell: Staatsanleihenrenditen und Inflationserwartungen stiegen. Und weil man davon ausging, dass die Federal Reserve ihre Geldpolitik jetzt schneller strafft, fielen die Aktienkurse. Die kurz darauf veröffentlichten Inflationsdaten bestätigten dann lediglich die neue Konsensmeinung, sodass keine weiteren Anpassungen mehr nötig waren (vgl. Abbildungen 2 und 3).

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Die zweite Erklärung ist, dass Inflation für Aktien nicht unbedingt schlecht ist. Das könnten die Marktteilnehmer realisiert haben. Steigende Preise bedeuten zwar höhere Faktor- und Lohnkosten, aber auch die Umsätze können steigen und mithin auch die Gewinne. Tatsächlich ist die Korrelation zwischen dem Ertrag des S&P 500 und der Veränderung der Inflationserwartungen leicht positiv (orange Linie in Abbildung 4). Wir gehen davon aus, dass die Inflation – wenn überhaupt – nur leicht steigen wird.

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Jetzt nicht (wieder) übermütig werden

Trotz der bislang nur schwachen Reaktion der Märkte müssen Investoren aber weiter vorsichtig sein und die Inflation im Auge behalten. Die Frage ist, wie viel zu viel ist. Wird die Inflation so stark steigen, dass eine so starke Leitzzinserhöhung erwartet wird, dass tatsächlich eine Rezession droht? Bis jetzt ist es noch so weit, aber wir würden es nicht ausschließen.

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